
Das Ahooga E-Max Alfine. © ADFC/René Filippek
gesehen+gefahren: Ahooga E-Max Alfine
Der belgische Hersteller Ahooga hat ein sehr eigenständiges Faltrad-Konzept entwickelt – das mit typischen Schwachstellen von Falträdern aufräumen soll. Wir haben das Modell E-Max Alfine ausprobiert, um herauszufinden, wie gut das gelungen ist.
Falträder sind ideal für die Mitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in kleine Wohnungen. Doch ihre Konstruktion ist komplex: Sie sollen sich schnell falten lassen, einfach zu transportieren und angenehm zu fahren sein. Nicht alle Konzepte erfüllen diese Anforderungen in der Praxis komplett. Wie sieht das bei Ahooga aus? Der relativ junge Brüsseler Hersteller hat uns das Elektrofaltrad E-Max zur Verfügung gestellt, um auszuprobieren, wie das Klappen und Fahren klappt.
Diamantrahmen ohne Gelenk
Herzstück des Ahooga-Faltrads ist der Diamantrahmen mit zwei Unterrohren. Die meisten Falträder bestehen aus einem Einrohr-Rahmen mit Faltgelenk. Beides reduziert die Verdrehsteifigkeit des Rahmens. Daher fühlen sich Faltäder beim Fahren teils sehr flexibel an, insbesondere, wenn die Fahrenden viel Gewicht auf den Sattel bringen. Bei höheren Geschwindigkeiten kann das sogar die Kontrolle über das Rad erschweren.
Der Rahmen des E-Max kommt dagegen ohne Gelenk aus. Und da die Diamantform die stabilste Art ist, einen Fahrradrahmen zu bauen, verwindet sich der Rahmen beim Fahren kaum. Am Steuerrohr sitzt ein voluminöses und ebenfalls stabiles Faltgelenk.
Der Hinterbau hat eine Elastomerfederung – das Gummielement soll Stöße von der Fahrbahn schlucken.
Details des Ahooga E-Max








Faltvorgang
Das Rad lässt sich erfreulich schnell und unkompliziert falten. Das linke Pedal muss nach hinten zeigen, dann öffnet man mit einem Dreh die Hinterradverriegelung und klappt das hintere Laufrad zwischen die beiden Unterrohre. Am Ende des Vorgangs steht das Faltrad auf den Rollen, die am Gepäckträger und am Hinterbau montiert sind.
Der Sattel wird nach unten geschoben, das Faltgelenk am Steuerrohr gelöst und das Vorderrad seitlich neben dem Rahmen platziert. Nun kann man das E-Max am Lenker wie einen Trolley hinter sich herziehen – sehr komfortabel.
Das geringste Packmaß erhält man, wenn der Lenker ebenfalls gefaltet wird. Dafür muss weder der Sattel verdreht, noch der Lenker auf eine bestimmte Höhe gebracht werden, was den ganzen Prozess abkürzt.
Kompakt und tragbar
Die Abmessungen im gefalteten Zustand betragen nach Herstellerangaben 72 x 69 x 37 Zentimeter. Nachgemessen ist das Päckchen etwa 72 cm lang, 71 cm hoch und 39 cm breit. Für ein Rad mit 20-Zoll-Laufrädern ist das ein ordentlich kompaktes Maß.
Allerdings zeigt sich hier eine Schwäche des Ahoogas: Die Pedale sind nicht faltbar. Das rechte Pedal stört im gefalteten Zustand nicht, das linke verbreitert das Rad aber. Es lässt sich zwar leicht und ohne Werkzeug abnehmen, jedoch es gibt am Rad keine Vorrichtung, um es aufzunehmen – für das kleinste Packmaß muss man es also in einer separaten Tasche unterbringen. Das ist nicht sehr praktisch gelöst.
Das Gewicht ist mit etwa 18 Kilogramm für ein Elektrorad in Ordnung. Kräftige Menschen können das Rad auch eine Treppe hinauftragen oder in Züge heben. Wenn man zusätzlich noch eine Tasche tragen muss, kann das Gewicht aber zur Herausforderung werden. Wer es leichter mag, kann sich auch für das unmotorisierte Modell Max entscheiden.
Elektroantrieb
Angetrieben wird das E-Max von einem Mivice-Vorderradmotor, der Akku befindet sich im Oberrohr. Er kann zum Laden entnommen, aber auch im eingebauten Zustand geladen werden.
Diese Lösung ist optisch sehr unauffällig, praktisch und sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt. Bei den meisten Elektro-Falträdern sind die Akkus eher notdürftig untergebracht, bei Ahooga ist er dagegen sehr gut integriert.
Der Motor bietet bis zu 35 Newtonmeter Drehmoment, der Akku hat eine Kapazität von 248 Wattstunden, ein Zusatzakku bringt noch einmal 180 Wh extra. Geschaltet wird wahlweise mit einer Shimano Alfine Achtgang-Nabe oder einer Microshift Achtgang-Kettenschaltung.
Der Antrieb unterstützt schon in der ersten Stufe kraftvoll. In der Ebene benötigt man daher selten mehr Unterstützung und kann den Akku schonen. 40 Kilometer Reichweite sind realistisch.
Auf lockerem Untergrund kann es besonders in den höheren Unterstützungsstufen passieren, dass das Vorderrad für einen Moment durchdreht. Gefühlvolles Anfahren hilft.
Der Motor hätte genug Kraft, um Rad und Fahrer:in auch an besonders steilen Abschnitten nach oben zu bugsieren, aber da der Schwerpunkt am Anstieg weit nach hinten verlagert wird, ist keine Last auf dem Vorderrad und der Motor dreht frei. In dem Fall bleibt dann nur schieben. Allerdings sollte man an ein Faltrad auch keine Erwartungen stellen wie an ein Mountainbike. Insgesamt erfreut der Motor durch seine leise und harmonische Unterstützung.
Weitere Details des Ahooga E-Max








Fahrverhalten
Dank des steifen Rahmenkonstruktion fühlt sich das Ahooga eher nach normalem Fahrrad als nach Faltrad an. Die lange Lenksäule weist zwangsläufig etwas Flexibilität auf, insgesamt zeigt sich das Rad aber fahrstabiler als man es von anderen Faltmodellen gewohnt ist.
Die Sitzposition lässt sich durch den höhenverstellbaren Lenker von angenehm sportlich bis aufrecht justieren.
Die Hinterradfederung ist recht straff ausgelegt. Dadurch gerät der Hinterbau nicht ins Schwingen, was zum steifen Fahrwerk passt. Zwar gleitet man nicht butterweich über alle Unebenheiten, aber die Federung entschärft dennoch grobe Stöße.
Das Rad zeigt sich laufruhig, aber mit der faltradtypischen Wendigkeit. Es wirkt nicht nervös und vermittelt viel Fahrsicherheit. Dazu tragen auch die hydraulischen Scheibenbremsen bei, die mit geringen Bedienkräften und guter Dosierbarkeit erfreuen. Kurzum: Es macht richtig Spaß, das Ahooga zu fahren.
Nur Details kritikwürdig
Ein paar Kritikpunkte sollen aber nicht unerwähnt bleiben: Die Reifen rollen leicht und ihr Profil gibt auch abseits befestigter Wege, solange der Untergrund nicht zu weich wird. Der rudimentäre Pannenschutz ist aber ein Manko. Reifenpannen sind im Stadteinsatz daher nur eine Frage der Zeit. Den Wechsel auf solidere Modelle sollte man nicht zu lange hinauszögern.
Der Gepäckträger ist lang genug, um Radtaschen zu transportieren, ohne dass die Hacke an die Tasche stößt. Das schafft nicht jedes Faltrad. Allerdings stören die Rollen am hinteren Ende, auf denen das Rad im gefalteten Zustand geschoben wird, die Taschenaufhängung, sodass es fummelig wird, die Tasche sicher einzuhängen.
An der Sattelstütze wäre eine Skala praktisch, damit man die richtige Auszugshöhe nicht bei jedem Auseinanderfalten neu schätzen und nach ein paar Metern Fahrt korrigieren muss.
Da der Sattel nur mit einer Schraube geklemmt ist, muss man sie regelmäßig auf festen Sitz kontrollieren. Ist die Schraube nicht fest angezogen, wird sie dauerhaft auf Biegung belastet und kann brechen. Deshalb sind Klemmungen mit zwei Schrauben sicherer.
Fazit
Das Ahooga E-Max ist ein kompaktes, einfach zu faltendes und fahrstabiles Faltrad. Der Motor überzeugt ebenfalls und das Gewicht ist für ein Elektrofaltrad akzeptabel. Lediglich bei einigen Details gibt es Verbesserungsbedarf.
Ausstattung
Ahooga E-Max Alfine
Preis: 3.499 Euro
Gewicht/zul. Gesamtgewicht: 18,2 kg/120 kg
Rahmen/Gabel: Aluminium
Beleuchtung: Spanninga LED-Rückleuchte, Busch+Müller Scheinwerfer Myc E50
Schaltung: Achtgang-Nabenschaltung Shimano Alfine
Bremsen: hydr. Scheibenbremsen Shimano MT200
Elektroantrieb: Mivice M060 Vorderradmotor
Akku: 248 Wattstunden Kapazität
Verwandte Themen
Häufige Fragen an den ADFC
ADFC Kreisverband Köln e.V.
Mauritiussteinweg 11
50676 KölnTelefon: 0221-323919 (AB außerhalb der Öffnungszeiten)
E-Mail: info [at] adfc.koelnAnfahrt, Öffnungszeiten, Ansprechpartner:innen:
weiterlesenDer Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 240.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus. In Köln setzen wir uns gegenüber der Politik sowie gegenüber der Stadtverwaltung und weiteren Behörden für die Belange unserer über 5.000 Mitglieder und der 1 Million Radfahrenden in unserer Region ein.
weiterlesenRadfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluss auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC-Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die ADFC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?
weiterlesenDer ADFC Köln lebt ausschließlich von der 100% ehrenamtlichen Arbeit der Aktiven. Gemeinsam wollen wir bessere Radverkehrsbedingungen und noch mehr Spaß am Radfahren erreichen. Alle Mitglieder sind eingeladen, sich zu beteiligen und den Verein zu gestalten. Je mehr Aktive mit anpacken, desto mehr Projekte können wir umsetzen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu engagieren – sowohl bei einmaligen Aktionen als auch in regelmäßigen Arbeitsgruppen. Den zeitlichen Umfang bestimmst Du selbst. Nach einem Klick auf den Button zeigen wir Dir einige Beispiele als Anregung, wie Du bei uns mitmachen kannst.
weiterlesenIm ADFC Köln gibt es ein engagiertes Team von ehrenamtlich Aktiven, die sich in den neun Kölner Stadtbezirken Innenstadt, Rodenkirchen, Lindenthal, Ehrenfeld, Nippes, Chorweiler, Porz, Kalk und Mülheim um das Thema kümmern. In jede Bezirk gibt es einen Runden Tisch Radverkehr aus Politik, Verwaltung und Verbänden, an dem der ADFC die Perspektive der Radfahrenden einbringt und sich für gute und sichere Infrastruktur einsetzt. Kontakt zu unseren Aktiven findest Du auf den neun oben verlinkten Bezirkseiten.
Die Lobbyarbeit auf Landes- und Bundesebene übernehmen dagegen die ehrenamtlichen Vorstände und hauptamtlichen Mitarbeitenden des ADFC Landesverbands NRW in Düsseldorf und des ADFC Bundesverbands in Berlin.
weiterlesenEs gibt bei Dir im Veedel eine Baustelle ohne Radumleitung? Der Radweg auf dem Weg zur Arbeit muss dringend geräumt werden? Auf dem Schulweg Deiner Kinder nerven Falschparker? Hier findest Du Hilfe beim Kontaktieren der Behörden.
weiterlesenDer Fahrrad-Entscheid Köln ist eine auch vom ADFC Köln unterstützte Bewegung von Kölnerinnen und Kölnern, die sich für mehr und bessere Fahrradwege einsetzen. Wir arbeiten komplett ehrenamtlich und freuen uns über jede neue Person! Egal ob Unterschriften sammeln, Social Media betreuen, Webseite pflegen, Events organisieren oder etwas ganz anderes – wir können jede helfende Hand gebrauchen!
weiterlesenUnser Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe und Abkürzungen rund um den ADFC, das Fahrrad, den Radverkehr und den Radtourismus.
weiterlesenWir bieten keine Warnwesten an und planen dies aus verschiedenen Gründen auch nicht. Es gibt allerdings Warnwesten mit einem 1,5-Meter-Abstand-Motiv beim ADFC Berlin und ADFC Bonn. Außerdem verteilen die Stadt Köln und die Polizei Köln kostenlos Warnwesten auf Veranstaltungen. Noch besser wäre es allerdings, wenn sich die beiden Behörden stärker für mehr Verkehrssicherheit einsetzen würden.
Du würdest gern Rad fahren in Köln, aber Du kannst Dir kein neues Fahrrad leisten? Oder hast Du noch ein ungenutztes Rädchen im Keller stehen, welches Du gern spenden würdest? Hier findest Du alle Informationen.
weiterlesenIm Bereich Radtouren haben wir alle Informationen zu unseren geführten Fahrradtouren zusammengestellt. Dort und unten auf der Startseite findest Du auch die nächsten Termine.
weiterlesenRadfahrschulen bringen jungen oder erwachsenen Menschen das Radfahren bei oder führen Trainings zur besseren Beherrschung des Fahrrads in der Großstadt durch.
weiterlesen








