Nachruf auf Artur Rumpel

Unser langjähriges aktives Mitglied und früheres Vorstandsmitglied Artur Rumpel ist am Freitag im Alter von 78 Jahren verstorben. Der Vorstand und die Aktiven des ADFC Köln sind traurig über diesen Verlust für unseren Verein.

Artur am Tagebau Hambach

Die traurige Nachricht, dass unser langjähriges aktives Mitglied und früheres Vorstandsmitglied Artur Rumpel im Alter von 78 Jahren verstorben ist, hat uns tief getroffen. Er verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit, begleitet von Familie und Freunden in einem Kölner Krankenhaus. Der Vorstand und die Aktiven des ADFC Köln sind traurig über diesen Verlust für unseren Verein. Unser Beileid und unser Mitgefühl gelten seinen Söhnen und ihren Familien.

Artur trat noch in seiner beruflich aktiven Zeit als Mitarbeiter des Amts für Stadtentwicklung dem ADFC in den frühen 80er Jahren nur kurz nach dessen Gründung bei. Er war einige Jahre Mitglied unseres Kreisvorstands, setzte sich über mehrere Jahrzehnte für den Radverkehr in der Domstadt ein, leitete bis zuletzt unzählige Radtouren, war Teil des Geschäftsstellenteams, besetzte Infostände und hielt auf jeder Veranstaltung unsere Fahne hoch.

Unvergessen bleibt uns sein umfangreiches Wissen über die Stadtentwicklung und die jüngere Geschichte Kölns, welches uns immens fehlen wird. Wer sich Zeit für ein Gespräch mit Artur genommen hat, wurde nicht nur mit historischen Details erschlagen, sondern durfte auch viele – häufig amüsante – Anekdoten aus Politik und Verwaltung kennenlernen.

Artur verband häufig seinen christlichen Glauben mit dem Thema Fahrrad. So führte er seit 1983 über vierzigmal rund um Dreikönig eine sehr bekannte Radtour zu verschiedenen Krippen in Köln durch. Diese war ebenso wie heute die von Artur etablierte „Fahrradkrippe“ in unserem Schaufenster ab 1996 fester Programmpunkt des Kölner Krippenwegs.

Ab 2007 pilgerte Artur mit zahlreichen Gleichgesinnten aus verschiedenen Teilen Deutschlands jedes Jahr per Rad „von Kirchentag zu Kirchentag“. Die ökumenische Gruppe startete jeweils im Ort des letzten Deutschen Evangelischen Kirchentags oder Katholikentags und fuhr über viele Etappen zum nächsten.

Arturs vielfältige und äußerst beliebte Radtouren für den ADFC führten häufig von Köln in den Südwesten rund um Ahr, Eifel, Mosel und Mittelrhein. Dies war sicher kein Zufall, stammte er doch selbst aus dieser Region. Doch auch an Ziele in anderen Teilen des Landes, wie ins Sauerland, ins Bergische Land oder an den Niederrhein radelte Artur mit seinen Gruppen.

Die Flutkatastrophe im Ahrtal nahm er zum Anlass, sich immer wieder für die Wiederherstellung des Ahr-Radwegs einzusetzen. Selbst den damaligen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer versuchte er bei einem Ortstermin zu einem Engagement des Bundes zu bewegen. Diese hartnäckige Beharrlichkeit und der feste Glaube daran, die Dinge verbessern zu können, trieben ihn an und zeichneten ihn aus.

Zuletzt veranstaltete er noch an jedem letzten Freitagnachmittag des Monats seine „Kaffeefahrt“, die sich vor allem an Menschen seines Alters richtete, aber auch von Neubürgerinnen und Neubürgern gern genutzt wurde, um die neue Heimatstadt auf dem Rad zu erkunden. Am Ende der Tour gab es immer eine gesellige Kaffeerunde in der ADFC-Geschäftsstelle, bevor Artur zur Critical Mass auf dem Rudolfplatz aufbrach.

Auch außerhalb unseres Vereins engagierte sich Artur für seine Stadt, sei es für den Erhalt des Riphahnbaus der Kölner Oper, für eine oberirdische Führung der Ost-West-Stadtbahn oder bei der Organisation der Kölner Fahrrad-Sternfahrt. Bei Letzterer leitete Artur traditionell den mit über 70 km längsten Zubringer aus Bad Münstereifel, um sich dann direkt nach Ankunft in Köln an unseren Infostand zu stellen und alle Menschen für eine Mitgliedschaft im ADFC zu begeistern.

Die Entwicklung des ADFC in Köln und auf Bundesebene sowie den Ausbau und Umbau der Kölner Radverkehrsinfrastruktur verfolgte Artur mit Faszination und Stolz auf das Erreichte. Auch wenn er sein großes Ziel, das fünftausendste Kölsche Mitglied im ADFC persönlich begrüßen zu können, nicht mehr erleben durfte, konnte er allein in den letzten zehn Jahren eine Verdoppelung der Mitgliederbasis feiern.

Wir sind dankbar dafür, dass wir Artur über mehr als vier Jahrzehnte seine verkehrspolitische Heimat und – seit seiner Pensionierung aus dem Dienst der Kölner Stadtverwaltung – ein wichtiger Mittelpunkt seines Lebens sein durften. Wir werden Artur Rumpels Andenken in Ehren halten.


Über den ADFC Köln

Der ADFC ist ein Verband von Radlerinnen und Radlern, die gemeinsam das Ziel verfolgen, den Verkehr fahrrad- und fußgängerfreundlicher zu gestalten. Der ADFC Köln e.V. wurde 1979 gegründet. Inzwischen ist die Mitgliederzahl auf über 4.800 fahrradbegeisterte Radlerinnen und Radler angewachsen. Das Gebiet umfasst die Stadt Köln.

Weitere Informationen
https://koeln.adfc.de/neuigkeit/nachruf-auf-artur-rumpel

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