Nachruf auf Reinhard Wolf
Ehemaliger Vorsitzender des ADFC Köln Reinhard Wolf gestorben

Am 12. Juni 2015 verstarb im Alter von 72 Jahren eines der Gründungsmitglieder des ADFC, Reinhard Wolf. Er prägte vor
allem als Kreisverbandsvorsitzender von 1986 bis 1999 das radverkehrspolitische Geschehen in und um Köln, da er als
städtischer Angestellter sowohl die Sichtweise der Verwaltung als auch die des Verbandes kannte.
Für viele der damaligen ADFC-Aktiven, aber auch bei vielen seiner städtischen Arbeitskollegen und den Ansprechpartnerinnen und -partnern aus Politik und Verwaltung war er wegen seines markanten Humors sowie seiner unkonventionellen Art, Probleme zu veranschaulichen und gleichzeitig Lösungen zu skizzieren, bekannt.
So werden viele (rad-)verkehrspolitische Pioniertaten mit seinem Namen verbunden bleiben, wie beispielsweise die (der damaligen Stadtverwaltung in zähen Verhandlungen abgerungene) Einrichtung von innerstädtischen Kreiseln, die ebenerdige Querung der Bahngleise am Heumarkt, die Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung oder die Fahrradmitnahme in den Kölner Stadtbahnen. Bei der Bahn konnte er erreichen, dass ein jahrelang geschlossener Zugang vom Hauptbahnhof auf die Domplatte geöffnet wurde und in einigen Bahnhöfen Schiebehilfen an den Aufgängen montiert wurden.
In den 1990er Jahren war er außerdem mehr als sechs Jahre einer von drei Landessprechern (heute: Vorsitzende) des ADFC NRW. In diese Zeit fiel die 1993 gegründete „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte und Kommunen in NRW“ sowie die Aufnahme der Programme „100 Fahrradstationen in NRW“ und „Radverkehrsnetz NRW“ in die Koalitionsvereinbarung der Landesregierung 1995. Von 1996 bis 2002 leitete er den ADFC-Bundeshauptausschuss.
Der ADFC Köln trauert um einen bemerkenswerten Weggefährten, Fahrradaktivisten, Vereinskollegen und Humoristen.