fahrRAD! 1/2013: Fahrradstadtplan Köln / Schlechte Noten im Fahrradklimatest

 

Diese Ausgabe wirft einen Blick auf die vergangenen Jahre in der Kölner Verkehrspolitik und gibt einen Ausblick auf die noch bevorstehenden Herausforderungen.

 

20 Jahre ist es mittlerweile her, dass die Stadt Köln zum Kreis der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise (AGFS) NRW gehört. Der ADFC hatte seinerzeit beim Leitantrag der Stadt Köln inhaltlich Hilfe geleistet, nach vielen Zögern und Zweifeln war es dem ADFC gelungen, die Stadtverwaltung beispielsweise zur Öffnung der ersten Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung zu bewegen. Einige der in diesem Leitantrag aufgeführten Bausteine wurden mittlerweile umgesetzt (z.B. Abstellanlagen im öffentlichen Raum, Wegweisung, Schutzstreifen), vieles ist jedoch bis heute nicht realisiert (Veloroutennetz, Berücksichtigung der Radverkehrsplanung in übergeordneten Planungen, eigene Satzung für Fahrradstellplätze an Neu- und Umbauten). Fairerweise muss man zugestehen, dass nach 20 Jahren auch die Erkenntnisse in der Radverkehrsentwicklung andere sind als in den 1990er Jahren oder vorher. Sätze vom damaligen Amtsleiter wie „Wozu fordert denn der ADFC mehr Radverkehr – Rad fahren in Köln ist doch viel zu gefährlich!“ gehören mittlerweile auf den Scheiterhaufen der Verkehrspolitik. Grabenkämpfe inhaltlicher Art finden zumindest mit der Kölner Stadtverwaltung nicht mehr statt, das „Was“ ist eher unstrittig. Anders sieht es aus, wenn es um das „Wie“ geht. So kann man aus Radverkehrssicht über einige politische Entscheidungen und planerische Umsetzungen nur den Kopf schütteln. Man denke nur an das regelmäßige Chaos entlang der neu umgestalteten Venloer Straße oder an die Posse mit dem neu angelegten und noch nicht eröffneten Radweg auf der Inneren Kanalstraße in Köln-Ehrenfeld. Doch verstehen auch viele Alltagsradler, die sich nicht regelmäßig mit Planungsfragen auseinandersetzen, häufig nicht der Sinn von Neuerungen wie Rad- bzw. Schutzstreifen, wenn diese vom Kfz-Verkehr zweckentfremdet werden, es aber auch keine Radwege mehr abseits der Fahrbahn gibt. Da wundert es nicht, wenn viele radelnde Zeitgenossen ordnungswidrig die Bürgersteige als Ausweichfläche mitbenutzen – und ihrerseits die Fußgänger gegen sich aufbringen. Das Thema Kommunikation scheint in Köln weiterhin auf andere Verkehrs- oder Themenbereiche fokussiert (siehe auch Seite 7).

Nach tödlichen Unfällen ist einige Tage das mediale Gezeter groß, doch ebenso schnell verebbt es wieder. Da helfen auch keine noch so gut gemeinten Velorunden zum Thema Verkehrssicherheit, wenn der ADFC von relevanten Gremien ausgeschlossen bleibt und der Polizei zum Thema Prävention nichts anderes einfällt, Helme und Warnwesten als „persönliche Schutzausrüstung" zu bewerben oder zur „Erhöhung der Verkehrssicherheit“ Radler „zu sanktionieren, die die Verlängerung der Hohenzollernbrücke morgens um 8 Uhr auf den Weg zur Arbeit in die Innenstadt weiterhin radelnd bewältigen (O-Ton des damaligen Amtsleiters: „Aus grundsätzlichen Erwägungen wird die Stadt Köln den Roncalliplatz nicht für den Radverkehr freigeben.“). Und spätestens wenn die lokalen Medien wiederholt von der Polizei erstellte Unfallzahlen mit Radverkehrsbeteiligung unreflektiert wiedergeben, wird klar, dass noch viel Arbeit vor uns liegt. Der ADFC ist nach dem Aussetzen der Ordnungspartnerschaft Velo 2010 im vergangenen Sommer mittlerweile aus diesem „Expertenkreis“ ausgetreten. Artikel und Medienberichte hierzu sind auf unserer Internetseite dokumentiert. Es liegt also noch viel Überzeugungsarbeit vor uns.

Der ADFC freut sich daher über Unterstützung seiner verkehrspolitischen Ziele durch Ihre/Eure ehrenamtliche Mitarbeit.

ALLZEIT GUTE FAHRT MIT DEM FAHRRAD WÜNSCHT IHR TEAM DES ADFC KÖLN UND UMGEBUNG.

Folgende Themen in dieser Ausgabe:

  • Fahrradklima-Test
  • Bewegte Zeiten
  • Kölner Fahrradsternfahrt
  • Mein Standpunkt
  • Bericht Mitgliederversammlung
  • Pressetour Berg.-Gladbach
  • NRW-Radtour 2013
  • Burscheider Umweltwoche
  • AK Fahrradfreundliches Nippes
  • ADFC-Stadtteilgruppe Porz
  • Düsseldorfer Fahrradsternfahrt
  • Spargelzeit in Noord-Limburg
  • GPS-Navigation 

 


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Häufige Fragen an den ADFC

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  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 200.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus. In Köln setzen wir uns gegenüber der Politik sowie gegenüber der Stadtverwaltung und weiteren Behörden für die Belange unserer 4.600 Mitglieder und der 1 Million Radfahrenden in unserer Region ein.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Wo kann ich Mängel an die Stadt Köln melden?

    Über "Sag’s uns" kannst Du die Stadtverwaltung über Probleme im Kölner Stadtbild informieren. Dazu musst Du einfach die Adresse eintragen, eine passende Kategorie aussuchen und Dein Anliegen absenden. Wenn Du zusätzlich zu Deinem Beitrag ein Foto hochlädts, hilft das der Stadt bei einer zügigen Bearbeitung. Gibt es keine passende Kategorie, kannst Du auch einfach eine Mail an die Stadtverwaltung senden. Fahrradspezifische Themen, wie fehlende Abstellmöglichkeiten, Probleme mit Radwegen oder falschen Schildern kannst Du auch an den Fahrradbeauftragten den Stadt Köln senden.

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  • Was mache ich bei Falschparkern auf dem Radweg?

    Für den ruhenden Verkehr ist der Verkehrsdienst des Ordnungsamts zuständig.

     

    Die Polizei ist bei Verkehrsbehinderungen, also z.B. einen Radwegparker, ebenso zuständig.

    • 0221 / 229-0, im Zweifel auch die 110

    Beide Behörden benötigen Informationen über die Zeit, den Ort, das Fahrzeug und das Vergehen sowie die Kontaktdaten des Anzeigenden.

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  • Wo melde ich Radwegschäden und andere Infrastrukturmängel?

    Die Stadt nimmt Probleme unter verschiedenen Adressen entgegen.

    • Fahrradbeauftragter für Radwege, Beschilderung, Fahrradparken
      fahrradbeauftragter [at] stadt-koeln.de
    • Baustellenmanagement für Probleme mit Straßenbaustellen
      baustellenmanager [at] stadt-koeln.de
      Telefon 0221 / 221-27871
    • Ampel-Hotline für fehlerhafte Ampeln
      Telefon 0221 / 221-0
    • Grünflächenamt für Grünschnitt an Radwegen und Probleme in Grünanlagen
      gruenflaechenamt [at] stadt-koeln.de
      0221 / 221-26037 oder -26036

    Viele Themen können auch online über sags-uns.stadt-koeln.de gemeldet werden.

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  • An wen wende ich mich wegen nicht geräumten Radwegen?

    In Köln sind in der Regel die Reinigungsteams der AWB Köln für Laub, Müll, Scherben, Schnee auf dem Radweg zuständig.

    • Telefon 0221 / 9 22 22 24
    • Innenstadt, Lindenthal, Rodenkirchen
      alteburger [at] awbkoeln.de
    • Deutz, Kalk, Mülheim, Porz
      giessener [at] awbkoeln.de
    • Chorweiler, Ehrenfeld, Nippes
      SRMaarweg [at] awbkoeln.de

    Radwege an Landes- und Bundesstraßen übernimmt dagegen häufig auch der Landesbetrieb Straßen.NRW:

    • Telefon 0221 / 8397-0
    • kontakt [at] strassen.nrw.de

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  • An wen kann ich mich bei der Polizei wenden?

    • Anzeigen sollte man online auf der Website der Polizei aufgeben oder in eine Wache gehen.
    • Allgemeine Fragen zum Radverkehr und zu Verkehrsregeln bearbeitet sicher-radfahren.koeln [at] polizei.nrw.de.
    • Beschwerden und sonstige Fragen nimmt die Polizei unter poststelle.koeln [at] polizei.nrw.de entgegen.

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  • Bekomme ich bei Euch Warnwesten zum Thema 1,5 Meter Abstand?

    Wir bieten keine Warnwesten an und planen dies aus verschiedenen Gründen auch nicht. Es gibt allerdings Warnwesten mit einem 1,5-Meter-Abstand-Motiv beim ADFC Berlin und ADFC Bonn. Außerdem verteilen die Stadt Köln und die Polizei Köln kostenlos Warnwesten auf Veranstaltungen. Noch besser wäre es allerdings, wenn sich die beiden Behörden stärker für mehr Verkehrssicherheit einsetzen würden.

  • An wen kann ich mich wenden, wenn ich ein altes Rad spenden will?

    Die Faradgang in der Südstadt und die Radstation am Hauptbahnhof reparieren Fahrräder für Flüchtlinge und andere Bedürftige.

  • Wo kann ich das Radfahren lernen?

    Radfahrschulen bringen jungen oder erwachsenen Menschen das Radfahren bei oder führen Trainings zur besseren Beherrschung des Fahrrads in der Großstadt durch.

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