Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Köln e. V.

Auswahl beim Fahrradkauf

Ohne Vorbereitung kann die Auswahl im Fahrradladen überfordern © ADFC | Jens Lehmkühler

Fahrradkauf leicht gemacht

Ich kaufe ein Fahrrad – das klingt nach einer einfachen Sache. Doch das scheinbar uferlose Angebot eines einzelnen Ladens kann überfordern und im schlechtesten Fall zum Fehlkauf führen. Der ADFC gibt Tipps, wie man das richtige Fahrrad findet.

Cityräder, Urban Bikes, Trekkingräder, Einrohrrahmen, Tiefeinsteiger – die Zeiten, in denen man einfach ein Herren- oder Damenfahrrad bestellte, sind längst vorbei. Die Auswahl ist groß, ebenso die Wahrscheinlichkeit, das individuell passende Fahrrad auch zu finden. Aber wie?

Vorbereitung auf den Fahrradkauf

Je genauer man über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse Bescheid weiß, desto leichter ist es, ein passendes Fahrrad zu finden. Das sind einige der Fragen, die man sich vor dem Kauf stellen sollte: Für welche Gelegenheit wird das Rad gebraucht? Soll es das Alltagsfahrrad für die Stadt werden? Sollen öfter große oder sperrige Lasten transportiert werden? Oder soll es mit dem Fahrrad über die Alpen gehen? Die unterschiedlichen Verwendungen schließen sich natürlich nicht gegenseitig aus – aber die Disziplin, in der das Rad vorwiegend eingesetzt wird, sollte es besonders gut beherrschen.

ADFC-Checkliste hilft bei der Bewertung von Alltagsfahrrädern

Das Budget vorher festgelegen und auch das nötige Zubehör eingeplanen, wie etwa ein stabiles Schloss für das Stadtfahrrad oder der Helm für Mountainbiker oder Rennradfahrer. Vorher zu wissen, was man braucht, kann Geld sparen, weil man nicht so leicht dazu hinreißen lässt, Dinge zu kaufen, die gar nicht nötig sind.

Vorab informieren

Hilfreich ist es, sich in die technische Materie zu vertiefen. Gute Händler:innen erklären zwar gerne alle Details. Bei komplexen Themen verliert man aber möglicherweise den Überblick, wenn die Informationen auf einen einstürzen.

Wer über einige Grundkenntnisse verfügt, zum Beispiel über Pedelecs, kann schneller entscheiden, ob ein Rad mit Mittel-, Heck- oder Frontmotor bevorzugt wird. Viele Informationen zu Elektrofahrrädern finden sich auch unter dem Schlagwort Pedelec, auch auf ADFC-Internetseite sowie in Fachzeitschriften oder Fahrrad-Sachbücher.

Fachgeschäft auswählen

Will man ein Alltagsrad kaufen, ist man in einem Spezialgeschäft für Rennräder falsch aufgehoben. Radsportler und Radsportlerinnen hingegen werden in einem Geschäft, das sich auf Elektrofahrräder spezialisiert hat, kaum das Richtige finden. Daher gehört zur Vorbereitung eine Recherche über Fachgeschäfte in der Nähe und deren Sortiment. Ein nahgelegenes Geschäft ist von Vorteil, um lange Anfahrten für den Service nach dem Kauf zu vermeiden.

Für eine ausführliche Beratung in ruhiger Atmosphäre sollte man nicht zu Stoßzeiten im Geschäft zu erscheinen. Eventuell kann man einen Termin vereinbaren oder sucht sich einen normalen Werktag aus.

Stationärer Handel oder Online-Shop?

Direktversender locken mit niedrigen Preisen. Da sie Produzent ihrer Eigenmarken sind und der stationäre Fachhandel somit übersprungen wird, können die Produkte entsprechend günstiger angeboten werden.

Qualitativ gibt es an den Versender-Fahrrädern schon lange nichts mehr auszusetzen. Auch die Beratung per Telefon oder online hat oft ein hohes Niveau. Für Interessierte fehlt aber die Möglichkeit, unterschiedliche Modelle zu vergleichen und auszuprobieren. Ohne Probefahrt kauft man immer ein bisschen die Katze im Sack.

Die korrekte Einstellung der Sattelhöhe, die Position der Bremsgriffe etc. müssen Käufer:innen von Versandräder in Eigenregie vornehmen und sollten zumindest grundlegend wissen, was sie dabei beachten müssen.

Der Service nach dem Kauf ist komplizierter, denn das Fahrrad muss für jede Reparatur eingeschickt werden. Vielleicht findet sich eine Werkstatt vor Ort, aber es gibt auch Läden, die Fahrräder aus dem Versandhandel nicht annehmen. Manche Direktversender sind deshalb Kooperationen mit Fachgeschäften eingegangen, um einen problemlosen Service bieten zu können.

Bike-Fitting

Die Anpassung des neuen Fahrrads auf die Kundin oder den Kunden gehört zum Fahrradkauf dazu. Üblicherweise wird das vom Verkaufspersonal per Augenmaß vorgenommen, was in der Regel gute Ergebnisse bringt.

Tauchen jedoch Probleme wie schmerzende Handgelenke oder Knie, Sitzprobleme oder Rückenschmerzen auf, muss dem auf den Grund gegangen werden. Manche Fachgeschäfte bieten dafür sogenannte Bike-Fittings an, es gibt aber auch spezielle Anbietende.

Die Ganzkörpervermessungen, bei denen mit Laser, Messinstrumenten oder Videos Körpermaße und Bewegungsabläufe des Radfahrenden analysiert werden, bieten sich nicht nur für den Radsport oder für Menschen an, deren Fahrräder nach individuellen Maßen gefertigt werden sollen. Vom Bike-Fitting profitieren alle Radfahrenden, die längere Strecken zurücklegen und bei denen Schmerzen auftreten, deren Ursachen das Fitting aufzeigen und beseitigen kann.

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