Park_Lücke

 

Die kunst- und kultursinnige Stadt Köln bleibt sich treu und integriert in die jüngst fertiggestellte #RingFrei-Pilotstrecke zwischen Zülpicher Platz und Lindenstraße ein weiteres Exponat des Kölner Radinfrastrukturmuseums (KRIM).

 

Die Kuratorinnen und Kuratoren der erfolgreichen stadtweiten Ausstellung entschieden sich für eine Arbeit eines Kölner Künstlerkolletivs, das seit kurzem unter dem Namen Klaus&AnonymusformerlyknownasEngelbert auftritt. Die nun aufgestellte interaktive Installation ist ein weiteres Werk der berühmten Lücken-Serie des Werkverbunds. Die Künstler haben ihrem aktuellen Werk den scheinbar alltäglichen Titel „Park_Lücke“ gegeben.

Bei genauerer Betrachtung ist das Werk Park_Lücke jedoch alles andere als alltäglich. Wie bei den Arbeiten der Künstlergruppe üblich, entsteht das eigentliche Kunstwerk erst durch die Interaktion von Verkehrsbeteiligten mit der durch die Künstler in ihrer Installation geschaffenen Situation. Die Installation selbst ist dieses Mal ohne Interaktion mit Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern nicht als Kunstwerk erkennbar. Findet sich bei der an der #RingFrei-Pilotstrecke aufgestellten Installation Park_Lücke ein Autofahrer oder eine Autofahrerin, die in mühevoller Rangierarbeit ein SUV in die dafür gerade ausreichende Lücke zwischen den Fahrradständern hineinzwängt, zeigt sich das eklatante Missverhältnis des Platzverbrauchs von Fahrrädern und Pkw. Gerade durch die unmittelbare räumliche Nähe eines einzelnen Freiraumes in Pkw-Größe und einer großen Anzahl Fahrradabstellanlagen wird für jeden augenfällig, dass auf der für einen PKW notwendigen Fläche acht bis zehn Fahrräder abgestellt werden könnten. Zudem zeigt Park_Lücke welche Mühen PKW-Fahrerinnen und Fahrer aufzuwenden bereit sind, um ihr Fahrzeug als Stehzeug im öffentlichen Raum zu deponieren. Außerdem demonstriert das in der Installation hochkreativ kombininerte Fehlen von Fahrradabstellbügeln und konsequentem Abschleppen von Falschparkern die ästhetisch nachteilige Wirkung abgestellter Autos auf die Stadtraumgestaltung.

Die Kuratorinnen und Kuratoren des KRIM stehen nun vor einer schwierigen Aufgabe die Verkehrssicherheit und Öffentliche Ordnung gegen den kulturellen Wert der Installation Park_Lücke abzuwägen. Die einfache Installation mehrerer weiterer Fahrradabstellbügel in der Park_Lücke würde zwar zuverlässig das Falschparken verhindern, leider jedoch gleichzeitig dieses Exponat im KRIM für immer zerstören.

Klaus&AnonymusformerlyknownasEngelbert: Park_Lücke
Köln 2018: 4832x2143 mm, Freiraum, Stahlrohr und Pflastersteine.

 

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KRIM - Das Kölner RadverkehrsInfrastrukturMuseum

Das Kölner RadverkehrsInfrastrukurMuseums (KRIM) ist ein Freiluftmuseum, das bundesweit seinesgleichen sucht. Besucher können die Ausstellung auf eigene Faust erfahren und die Exponate interaktiv erleben.

Sie sind selten geworden, aber es gibt sie noch: Die Reste der Autogerechten Stadt. Trotz der enormen Investitionen in den Radverkehr kann man sie noch finden, die Überbleibsel einer Epoche, in der das Automobil das Maß aller Dinge war. Für uns heute kaum vorstellbar, helfen die in verschiedenen Teilen der Stadt ausgestellten Exponate des KRIM, sich zu erinnern.

Hinweis: Das Freilichtmuseum ist im Gegensatz zu den anderen Museen der Stadt Köln unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen weiterhin zugänglich.

Weitere Exponate

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