Stellungnahme des ADFC Köln zur Sanierung der Mülheimer Brücke

 

Die Stadt Köln plant kurzfristig die Sanierung der Mülheimer Brücke. In diesem Rahmen kommt auch die dort vorhandenen Fuß- und Radweginfrastruktur auf den Prüfstand.

 

Durch die zunehmende Bedeutung des Fahrradverkehrs in diesem Jahrzehnt sollte dieser stärker als bisher in Sanierungs- und Neubaumaßnahmen berücksichtigt werden. Dies gilt insbesondere für Baumaßnahmen an den Kölner Rheinbrücken, da diese durch ihre langfristige Ausrichtung über den Erfolg des Anstiegs des Radverkehrsanteils über Jahrzehnte entscheiden. Da die Stadt Köln, nach dem von Politik und Verwaltung getragenen Konzepts „Köln Mobil 2025“ den Anteil des Radverkehrs um 50% bis 2025 steigern will, ist deshalb eine hierauf ausgerichtete Radverkehrsinfrastruktur, insbesondere auch zwischen den Bezirken, erforderlich. Darüber hinaus sind kurz- bis mittelfristig Verbesserungen aller Emissionswerte im Rahmen von Luftreinhalteplänen und Lärmkonzepten umzusetzen.

Angesichts der beiden stark wachsenden Stadtbezirke Nippes und Mülheim mit den Stadtentwicklungsprojekten Clouth-Gelände und Lindgens-Areal ist mit einem erheblichen Verkehrsanstieg zu rechnen. Um die bereits jetzt hohen Immissionsbelastung nicht weiter zu steigern, ist die Planung eines Radschnellweges unter Einbezug der Mülheimer Brücke mit hoher Priorität zu planen und umzusetzen.

Aktuell ist eine Einrichtung von gemeinsamen Fuß- und Radwegen mit einer Breite von insgesamt nur 3,15 Meter geplant. Die etwas größere Breite zwischen den Seilpunkten kann vom Radverkehr nicht genutzt werden. Wir sehen in dieser Planung weder die Breite noch die Führung hinsichtlich der zuvor genannten Ziele als ausreichend an.

Eine gemeinsame Führung von Fußverkehr und Radverkehr ist auf einer der wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt nicht ohne Konflikte möglich. Daher fordern wir die Anlage von voneinander getrennten Fußwegen und Radwegen.

Zudem sollte eine wichtige innerstädtische Verbindung, wie die Mülheimer-Brücke heutzutage nach dem Radwegschnellwegstandard ausgebaut werden. Dies bedingt einen Zweirichtungsradweg von 4 Metern Breite sowie einen mindestens 2 Meter breiten Fußweg.

Bei einer Breite des Fußwegs von mindestens 2 Metern müssen Fußgänger auch im Begegnungsverkehr nicht auf den Radweg ausweichen. Wir empfehlen darüber hinaus am Brückengeländer verweilenden Fußgängern zusätzlich einen halben Meter Raum zu geben.

Eine Planung nach dem Radschnellwegstandard ermöglicht die Einbindung an das geplante Radschnellwegenetz der Stadt Köln und einen Ausbau der bereits von der Politik angedachten Verbindungen zwischen Nippes und Mülheim. Des Weiteren ist der Anschluss an das zukünftige Radschnellwegenetz NRW zu berücksichtige, welches beispielsweise im Ruhrgebiet (RS1) bereits im Aufbau ist.

Bei einer Breite des Radwegs von 4 Metern wird ein Überholen auch im Begegnungsverkehr ermöglicht. Ebenso ist so die Nutzung durch mehrspurige Lastenfahrräder, Kinderanhänger und Liegeräder problemlos möglich.

Um S-Pedelecs auf der Brücke zuzulassen und damit insbesondere Pendlern mit weiterem Anfahrtsweg eine umweltfreundliche Alternative zum Automobil zu ermöglichen, ist für diese Fahrzeuge eine Geschwindigkeit von 30 km/h einzuplanen. Für eine sichere Umsetzung ist hier ebenso die Erweiterung der Radwegbreite auf vier Meter erforderlich.

Über die Ausführung der Brücke hinaus ist es wichtig, eine sichere Anbindung an den zu planenden Radschnellweg Niehler Gürtel und die Rheinradwege sicherzustellen. Da die aktuelle Planung einen solchen Anschluss bisher nicht vorsieht, muss diese dringend von der Stadtverwaltung berücksichtigt werden. Ebenso ist rechtsrheinisch eine direkte Anbindung zum Wiener Platz durch den Tunnel unter dem Clevischen Ring vorzusehen.

Da die Mehrkosten eines Ausbaus der Mülheimer-Brücke nach Radschnellwegstandard im Vergleich zu den Gesamtkosten eher gering sind, steht aus unserer Sicht einer Umsetzung unserer Forderungen nichts im Wege. Es sollte eher über eine grundsätzliche Neuverteilung der Verkehrsflächen durch Umwandlung einer der beiden verkehrsärmeren nördlichen Autofahrstreifen nachgedacht werden, als über den Verzicht auf einen guten Ausbau für den Fuß- und Radverkehr.

In jedem Fall ist während der Bauphase zu jeder Zeit eine durchgängige, sichere und richtlinienkonforme Nutzbarkeit der Brücke für den Rad- und Fußverkehr in beiden Richtungen sicherzustellen. Sollte eine Brückenseite temporär für den Radverkehr gesperrt werden, ist eine eindeutige Beschilderung der Umleitung auf die Brückenseite sicherzustellen.

 

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Häufige Fragen an den ADFC

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  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 200.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus. In Köln setzen wir uns gegenüber der Politik sowie gegenüber der Stadtverwaltung und weiteren Behörden für die Belange unserer 4.600 Mitglieder und der 1 Million Radfahrenden in unserer Region ein.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Wo kann ich Mängel an die Stadt Köln melden?

    Über "Sag’s uns" kannst Du die Stadtverwaltung über Probleme im Kölner Stadtbild informieren. Dazu musst Du einfach die Adresse eintragen, eine passende Kategorie aussuchen und Dein Anliegen absenden. Wenn Du zusätzlich zu Deinem Beitrag ein Foto hochlädts, hilft das der Stadt bei einer zügigen Bearbeitung. Gibt es keine passende Kategorie, kannst Du auch einfach eine Mail an die Stadtverwaltung senden. Fahrradspezifische Themen, wie fehlende Abstellmöglichkeiten, Probleme mit Radwegen oder falschen Schildern kannst Du auch an den Fahrradbeauftragten den Stadt Köln senden.

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  • Was mache ich bei Falschparkern auf dem Radweg?

    Für den ruhenden Verkehr ist der Verkehrsdienst des Ordnungsamts zuständig.

     

    Die Polizei ist bei Verkehrsbehinderungen, also z.B. einen Radwegparker, ebenso zuständig.

    • 0221 / 229-0, im Zweifel auch die 110

    Beide Behörden benötigen Informationen über die Zeit, den Ort, das Fahrzeug und das Vergehen sowie die Kontaktdaten des Anzeigenden.

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  • Wo melde ich Radwegschäden und andere Infrastrukturmängel?

    Die Stadt nimmt Probleme unter verschiedenen Adressen entgegen.

    • Fahrradbeauftragter für Radwege, Beschilderung, Fahrradparken
      fahrradbeauftragter [at] stadt-koeln.de
    • Baustellenmanagement für Probleme mit Straßenbaustellen
      baustellenmanager [at] stadt-koeln.de
      Telefon 0221 / 221-27871
    • Ampel-Hotline für fehlerhafte Ampeln
      Telefon 0221 / 221-0
    • Grünflächenamt für Grünschnitt an Radwegen und Probleme in Grünanlagen
      gruenflaechenamt [at] stadt-koeln.de
      0221 / 221-26037 oder -26036

    Viele Themen können auch online über sags-uns.stadt-koeln.de gemeldet werden.

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  • An wen wende ich mich wegen nicht geräumten Radwegen?

    In Köln sind in der Regel die Reinigungsteams der AWB Köln für Laub, Müll, Scherben, Schnee auf dem Radweg zuständig.

    • Telefon 0221 / 9 22 22 24
    • Innenstadt, Lindenthal, Rodenkirchen
      alteburger [at] awbkoeln.de
    • Deutz, Kalk, Mülheim, Porz
      giessener [at] awbkoeln.de
    • Chorweiler, Ehrenfeld, Nippes
      SRMaarweg [at] awbkoeln.de

    Radwege an Landes- und Bundesstraßen übernimmt dagegen häufig auch der Landesbetrieb Straßen.NRW:

    • Telefon 0221 / 8397-0
    • kontakt [at] strassen.nrw.de

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  • An wen kann ich mich bei der Polizei wenden?

    • Anzeigen sollte man online auf der Website der Polizei aufgeben oder in eine Wache gehen.
    • Allgemeine Fragen zum Radverkehr und zu Verkehrsregeln bearbeitet sicher-radfahren.koeln [at] polizei.nrw.de.
    • Beschwerden und sonstige Fragen nimmt die Polizei unter poststelle.koeln [at] polizei.nrw.de entgegen.

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  • Bekomme ich bei Euch Warnwesten zum Thema 1,5 Meter Abstand?

    Wir bieten keine Warnwesten an und planen dies aus verschiedenen Gründen auch nicht. Es gibt allerdings Warnwesten mit einem 1,5-Meter-Abstand-Motiv beim ADFC Berlin und ADFC Bonn. Außerdem verteilen die Stadt Köln und die Polizei Köln kostenlos Warnwesten auf Veranstaltungen. Noch besser wäre es allerdings, wenn sich die beiden Behörden stärker für mehr Verkehrssicherheit einsetzen würden.

  • An wen kann ich mich wenden, wenn ich ein altes Rad spenden will?

    Die Faradgang in der Südstadt und die Radstation am Hauptbahnhof reparieren Fahrräder für Flüchtlinge und andere Bedürftige.

  • Wo kann ich das Radfahren lernen?

    Radfahrschulen bringen jungen oder erwachsenen Menschen das Radfahren bei oder führen Trainings zur besseren Beherrschung des Fahrrads in der Großstadt durch.

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