Trasse für die RadPendlerRoute von Bergisch Gladbach nach Köln

 

Stellungnahme ADFC Köln und ADFC RheinBerg-Oberberg zum Beschluss der Bezirksvertretung Köln-Mülheim zur Trasse für die RadPendlerRoute 2 (Bergisch Gladbach – Köln) vom 13.06.2022 (AN/1233/2022)

 

Wir begrüßen, dass die BV Mülheim mit ihrem Beschluss vom 13.06.2022 den Beginn der Planung der Radpendlerroute zwischen Bergisch Gladbach und Köln befürwortet. Wir bitten den Verkehrsausschuss allerdings, dem Beschluss in wesentlichen Punkten nicht zu folgen.

Die BV weicht mit ihrem Beschluss sowohl in der Trassenführung als auch in den Ausbaustandards so ab, dass eine erfolgreiche Umsetzung der Radpendlerroute kaum möglich ist. 

In der 2019 vorgelegten Machbarkeitsstudie wird der RPR ein Potenzial von bis zu 4.200 Radfahrten pro Tag und einer Verlagerung von bis zu 1,6 Millionen PKW-Kilometer bescheinigt. Dies betrifft – wie bei grundsätzlich allen Radschnellwegprojekten – selbstverständlich nicht alleine nur diejenigen, die die Route von Anfang bis Ende befahren, sondern auch und gerade Teilabschnitte. Die Studie sieht durch die dichte Besiedlung entlang der Route ein Potenzial für “Verkehrsverlagerungen auf der gesamten Route” sowie “kurze Anbindungen und hohe Potentiale im gesamten Streckenverlauf”. Exemplarisch genannt werden die ÖPNV-Haltestellen Thielenbruch, drei Schulen und diverse Arbeitgeber.

Die Route der BV Mülheim entfernt sich in Dellbrück (über Thurner Kamp) noch einmal deutlicher von der Kern-Besiedlung und der ÖPNV-Haltestelle Thielenbruch als alle bisher diskutierten Varianten (Siehe Karte). Das ist kontraproduktiv, weil so die Quell- und Zielverkehre entlang der Strecke nicht angebunden werden. Die erwünschten Verlagerungspotenziale können so nicht erreicht werden.

Auf der restlichen Strecke in Richtung Bergisch Gladbach schließt die BV sich der Wunschroute einer Bürgerinitiative an, schließt aber gleichzeitig jegliche Maßnahmen auf der Gierather Straße aus. Die Route solle lediglich durch “Verkehrsschilder” gekennzeichnet werden. Das ist absolut unzureichend – ebenso die Vorstellung der BV, dass 4.200 Radfahrbewegungen auf den vorhandenen Fuß- und Radwegen abgewickelt werden könnten. Für Radpendlerrouten oder Radschnellverbindungen gelten bestimmte Ausbaustandards (siehe “Hinweise zu Radschnellverbindungen und Radvorrangrouten”, FGSV 2021), weil nur so die zu erwartenden Verkehrsstärken sicher abgewickelt werden können. Zudem sind attraktive, komfortable und konfliktarme Radwege die Voraussetzung dafür, dass Menschen für den Umstieg auf das Rad gewonnen werden können. Beide Ziele verfehlt die BV mit ihrem Beschluss deutlich.

Der Beschluss der BV scheint mit heißer Nadel gestrickt zu sein. Tippfehler, das Fehlen einer Übersichtskarte, das Vorlegen einer neuen Variante ohne jede Vordiskussion in Facharbeitskreisen oder am Runden Tisch Radverkehr – so darf die Beschlussfindung für ein langjähriges und zukunftsweisendes Projekt nicht laufen.

Wir bitten den Verkehrsausschuss zudem dafür zu sorgen, dass der mit dem bisher einzigen Workshop begonnene und dann weitgehend abgebrochene gemeinsame Gesprächsfaden wieder aufgenommen wird. Neben der Entscheidung für die Trassenvarianten ist der dringend notwendige nächste Schritt, die Qualitäts- und Ausbaustandards für alle Trassen mit den Verbänden zu diskutieren. Der Verkehrsausschuss sollte die Einrichtung eines Facharbeitskreis dazu zwischen der Stadtverwaltung, dem Projektkonsortium, den Verbänden und dem Verkehrsausschuss beschließen. Eile ist geboten, denn die ersten Planungsschritte für unstrittige Teilabschnitte der Radpendlerrouten wurden bereits gestartet.

 

alle Themen anzeigen

Werde ADFC-Mitglied!

Unterstütze den ADFC und die Rad-Lobby, werde Mitglied und nutze exklusive Vorteile!

  • exklusive deutschlandweite Pannenhilfe
  • exklusives Mitgliedermagazin als E-Paper
  • Rechtsschutz und Haftpflichtversicherung
  • Beratung zu rechtlichen Fragen
  • Vorteile bei vielen Kooperationspartnern
  • Kostenlos Parken in der Kölner Radstation
  • dreimal im Jahr das Kölner Magazin fahrRAD!
  • und vieles mehr

Dein Mitgliedsbeitrag macht den ADFC stark!

Jetzt Mitglied werden

Verwandte Themen

Radverkehrskonzepte für ganz Köln

ADFC Köln fordert die Erstellung von Radverkehrskonzepten für ganz Köln und die Planung eines Radschnellwegnetzes.

Helmberatungsstelle

Position des ADFC Köln zum Fahrradhelm

Über kaum ein Thema wird so erbittert gestritten wie über den Fahrradhelm. Wir haben hier die wichtigsten Information…

"Projekt 300" jetzt auch auf der Aachener?

In einer aktuellen Beschlussvorlage schlägt die Verwaltung vor, die Radverkehrsführung auf der Aachener Straße zu…

Radfahrstreifen Aachener Straße (3. Teil)

Die Pläne für den Radfahrstreifen auf der Aachener Straße sind nun da. Der Verkehrsausschuss hat in seiner morgigen…

ADFC in der Kölner Region

Der ADFC Köln ist die Interessenvertretung der Radfahrenden im Stadtgebiet Köln. Für die umliegenden Kreise und Kommunen…

Vorsicht, Radfahrer auf Radweg!

Das Kölner RadverkehrsInfrastrukturMuseum (KRIM) hat vor gut zwei Wochen ein neues Exponat in seine Sammlung…

Mediadaten fahrRAD!

Unser Magazin fahrRAD! erscheint dreimal jährlich und wird in einer Auflage von bis zu 7.500 Exemplaren an unsere…

Dornrädchen

Im Rahmen des Langzeitprojekts Re_Cycling arbeitet das Künstlerduo Manni & Wolle im RadverkehrsInfrastrukturMuseum KRIM…

Park_Lücke

Die kunst- und kultursinnige Stadt Köln bleibt sich treu und integriert in die jüngst fertiggestellte…

https://koeln.adfc.de/artikel/trasse-fuer-die-radpendlerroute-von-bergisch-gladbach-nach-koeln

Häufige Fragen an den ADFC

  • Wie erreiche ich den ADFC Köln?

    ADFC Kreisverband Köln e.V.
    Mauritiussteinweg 11
    50676 Köln

    Telefon: 0221-323919 (AB außerhalb der Öffnungszeiten)
    E-Mail: info [at] adfc.koeln

    Sende uns eine E-Mail

    Anfahrt und Öffnungszeiten

    Vorstand und Ansprechpartner

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 200.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus. In Köln setzen wir uns gegenüber der Politik sowie gegenüber der Stadtverwaltung und weiteren Behörden für die Belange unserer 4.600 Mitglieder und der 1 Million Radfahrenden in unserer Region ein.

    weiterlesen

  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

    weiterlesen

  • Wo kann ich Mängel an die Stadt Köln melden?

    Über "Sag’s uns" kannst Du die Stadtverwaltung über Probleme im Kölner Stadtbild informieren. Dazu musst Du einfach die Adresse eintragen, eine passende Kategorie aussuchen und Dein Anliegen absenden. Wenn Du zusätzlich zu Deinem Beitrag ein Foto hochlädts, hilft das der Stadt bei einer zügigen Bearbeitung. Gibt es keine passende Kategorie, kannst Du auch einfach eine Mail an die Stadtverwaltung senden. Fahrradspezifische Themen, wie fehlende Abstellmöglichkeiten, Probleme mit Radwegen oder falschen Schildern kannst Du auch an den Fahrradbeauftragten den Stadt Köln senden.

    weiterlesen

  • Was mache ich bei Falschparkern auf dem Radweg?

    Für den ruhenden Verkehr ist der Verkehrsdienst des Ordnungsamts zuständig.

     

    Die Polizei ist bei Verkehrsbehinderungen, also z.B. einen Radwegparker, ebenso zuständig.

    • 0221 / 229-0, im Zweifel auch die 110

    Beide Behörden benötigen Informationen über die Zeit, den Ort, das Fahrzeug und das Vergehen sowie die Kontaktdaten des Anzeigenden.

    weiterlesen

  • Wo melde ich Radwegschäden und andere Infrastrukturmängel?

    Die Stadt nimmt Probleme unter verschiedenen Adressen entgegen.

    • Fahrradbeauftragter für Radwege, Beschilderung, Fahrradparken
      fahrradbeauftragter [at] stadt-koeln.de
    • Baustellenmanagement für Probleme mit Straßenbaustellen
      baustellenmanager [at] stadt-koeln.de
      Telefon 0221 / 221-27871
    • Ampel-Hotline für fehlerhafte Ampeln
      Telefon 0221 / 221-0
    • Grünflächenamt für Grünschnitt an Radwegen und Probleme in Grünanlagen
      gruenflaechenamt [at] stadt-koeln.de
      0221 / 221-26037 oder -26036

    Viele Themen können auch online über sags-uns.stadt-koeln.de gemeldet werden.

    weiterlesen

  • An wen wende ich mich wegen nicht geräumten Radwegen?

    In Köln sind in der Regel die Reinigungsteams der AWB Köln für Laub, Müll, Scherben, Schnee auf dem Radweg zuständig.

    • Telefon 0221 / 9 22 22 24
    • Innenstadt, Lindenthal, Rodenkirchen
      alteburger [at] awbkoeln.de
    • Deutz, Kalk, Mülheim, Porz
      giessener [at] awbkoeln.de
    • Chorweiler, Ehrenfeld, Nippes
      SRMaarweg [at] awbkoeln.de

    Radwege an Landes- und Bundesstraßen übernimmt dagegen häufig auch der Landesbetrieb Straßen.NRW:

    • Telefon 0221 / 8397-0
    • kontakt [at] strassen.nrw.de

    weiterlesen

  • An wen kann ich mich bei der Polizei wenden?

    • Anzeigen sollte man online auf der Website der Polizei aufgeben oder in eine Wache gehen.
    • Allgemeine Fragen zum Radverkehr und zu Verkehrsregeln bearbeitet sicher-radfahren.koeln [at] polizei.nrw.de.
    • Beschwerden und sonstige Fragen nimmt die Polizei unter poststelle.koeln [at] polizei.nrw.de entgegen.

    weiterlesen

  • Bekomme ich bei Euch Warnwesten zum Thema 1,5 Meter Abstand?

    Wir bieten keine Warnwesten an und planen dies aus verschiedenen Gründen auch nicht. Es gibt allerdings Warnwesten mit einem 1,5-Meter-Abstand-Motiv beim ADFC Berlin und ADFC Bonn. Außerdem verteilen die Stadt Köln und die Polizei Köln kostenlos Warnwesten auf Veranstaltungen. Noch besser wäre es allerdings, wenn sich die beiden Behörden stärker für mehr Verkehrssicherheit einsetzen würden.

  • An wen kann ich mich wenden, wenn ich ein altes Rad spenden will?

    Die Faradgang in der Südstadt und die Radstation am Hauptbahnhof reparieren Fahrräder für Flüchtlinge und andere Bedürftige.

  • Wo kann ich das Radfahren lernen?

    Radfahrschulen bringen jungen oder erwachsenen Menschen das Radfahren bei oder führen Trainings zur besseren Beherrschung des Fahrrads in der Großstadt durch.

    weiterlesen

Bleiben Sie in Kontakt