Geh- und Radwege über die neue Leverkusener Rheinbrücke

Zusammen mit dem Bürgerverein Merkenich haben wir bei der Autobahn GmbH Verbesserungen der Geh- und Radwege über die neue Leverkusener Rheinbrücke eingefordert.

Nachdem zu Beginn des Jahres die neue Rheinbrücke der A1 bei Leverkusen eröffnet wurde, mussten wir feststellen, dass abgesehen von der Breite die Beschaffenheit der Verbindung für den Radverkehr nicht ernsthaft verbessert werden konnte. Obwohl es sich um einen Neubau handelt, gibt es einige Mängel, die zum Teil erhebliche Gefahren bergen.

Die Kritik richtet sich in erster Linie gegen die drei Dehnungsfugen auf dem Brückenbauwerk. Diese sind durch Metallplatten abgedeckt; mit einem erheblichen Höhenunterschied zwischen Geh- und Radwegoberfläche und Plattenoberkante. Das Überfahren der Platten mit Zweirädern führt zu erheblichen "Schlägen" bei Mensch und Material und stellt daher eine große Unfallquelle aufgrund einer unkontrollierten Situation dar. Für Fußgänger besteht hier unnötig Stolpergefahr. Für jeden Fahrradfahrer ist das Überfahren der hohen Kanten an den Platten äußerst unangenehm und für eine neue Brücke über den Rhein, die nach eigener Aussage der Planer zukunftsfähig sein soll, langfristig schlicht unzumutbar.

Dabei zeigen Beispiele an anderen Autobahnbrücken in der Region, wie z.B. an der Bonner Nordbrücke, dass dies auch anders, nämlich ohne Kanten möglich ist.

Unverständlich ist uns auch, dass der jetzige Oberflächenbelag alles andere als glatt und gut befahrbar ist, sondern im Gegenteil in Teilen sehr wellig und obendrein mit deutlichem Laufwiderstand behaftet ist. Allein im Bereich auf der Strombrücke zwischen den Pylonen wurde ein ebener Belag aufgebracht. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum dieser nicht auf der gesamten Länge aufgebracht wurde.

Leider gibt es auch an den beiden Rampen einige Mängel bzw. Sicherheitsrisiken. So weist die linksrheinische Rampe in Merkenich ca. 20, offenbar geplante Bodenwellen auf, die den Fahrkomfort massiv beeinträchtigen. Eine Notwendigkeit dafür (z.B. für die Entwässerung) lässt sich nicht erkennen, da auf Leverkusener Seite darauf verzichtet wurde.

Auf Leverkusener Seite fehlen hingegen Sichtbeziehungen, da der Fuß- und Radweg unter den beiden Rheinbrücken in einer „Zick-Zack-Führung“ inklusive Sichtschutz an beiden Seiten angelegt wurde. Entgegenkommende Fahrzeuge sind so nur sehr spät zu erkennen. Der Bürgerverein Merkenich hatte im Laufe der Planungen zum Neubau der Rheinquerung schon vor über 10 Jahren eingefordert, dass hier eine gerade Verkehrsführung unabdingbar ist. Dass an dieser Stelle nun die vorhandene Gefahrenquelle erneut eingerichtet wurde, zeugt von einer gewissen Ignoranz gegenüber den nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmern.

In Punkto Sicherheit ist ebenfalls zu prüfen, ob dieser Radweg beleuchtet werden kann. Auf jeden Fall sollten die Rampen beidseitig weiße Fahrstreifenbegrenzungen erhalten, wie es bei Straßen durchgängig der Fall ist. Dafür gibt es im Landeshaushalt Fördermittel.

Schließlich müssen auf Leverkusener Seite weitere Umwege mit „U-Turns“ in Kauf genommen werden, da eine Verbindung zwischen Rheinbrücke und Neuland-Park an der Baustellenampel am Westring/ Rheinallee gesperrt ist. Wir fordern Sie auf, für Fußgänger und Radfahrer an der Kreuzung eine Möglichkeit* zu schaffen, den Westring zu queren. Diese Route hat zudem seit diesem Winter eine deutliche Bedeutungssteigerung erfahren, seitdem die Rheinfähre Langel – Hitdorf auf unbestimmte Zeit eingestellt wurde. Insofern sollten auf dieser Umleitungsstrecke sämtliche weitere vermeidbare Umwege unverzüglich beseitigt werden.

Die Erwartungshaltung an ein so enorm teures Bauprojekt und nach einer solch langen Bauzeit bestand und besteht weiterhin darin, dass nach Fertigstellung nicht nur für die Autofahrer, sondern auch für den Fuß- und Radverkehr eine Verbesserung nach vielen Jahren der baulichen Belastungen eintreten wird. Inzwischen wünschen sich manche Merkenicher, abgesehen von der Verbreiterung, die positiv gewertet wird, "ihren" alten Radweg über die Brücke zurück. Dieser war zwar schmal und auch nicht optimal, aber ließ sich im Hinblick auf Wegeführung, Nutzerfreundlichkeit und Gefahrenpotential doch wesentlich besser befahren.

Insofern erwarten wir neben den nötigen Verbesserungen an der aktuellen Situation, dass die Planungen für den Fuß- und Radweg auf dem noch zu errichtenden südlichen Brückenbauwerk bezüglich Sicherheit und Komfort für den Radverkehr umgehend angepasst werden, sodass dort nicht die gleichen Mängel hergestellt werden, sondern dort für alle Verkehrsteilnehmer die Zukunftsfähigkeit der Rheinquerung erkennbar wird.

Im Namen sehr vieler Nutzer des Radweges fordern wir daher, die Mängel auf dem Radweg umgehend zu beseitigen, um die einzige Rheinquerung im Bereich Leverkusen/ Kölner Norden sicher zu gestalten. Insbesondere im Bereich der Dehnungsfugen erwarten wir schnelle spürbare Verbesserungen. Insgesamt fordern wir daher Verbesserungen an den folgenden Stellen:

  1. Anpassung der drei Dehnungsfugen: Abflachung der Kanten und verbesserte Konstruktion für das noch zu bauende südliche Brückenbauwerk
  2. Aufbringung eines glatten Oberflächenbelags auf dem gesamten Brückenbauwerk
  3. Gleichmäßige Längsneigung der Geh- und Radwegoberfläche auf den Rampen des südlichen Bauwerks ohne künstliche Bodenwellen
  4. Verbesserte Sichtbeziehungen auf Leverkusener Seite im Bereich des Widerlagers
  5. Beleuchtung und/ oder Markierung der auf den Rampen zur Erhöhung der Sicherheit
  6. Öffnung der direkten Verbindung zwischen Rheinbrücke und Neuland-Park mit Querung des Westrings

 

 


 

Dehnungsfugen

Auf den Fuß- und Radwegen auf den Bonner Autobahnbrücken von A562 und A565 findet man Dehnungsfugen ähnlicher Größenordnung. Im Gegensatz zur Leverkusener Brücke sind die Metallplatten allerdings an der überlappenden Seite mit einer kleinen Rampe (teilweise nachträglich) angeschrägt und schließen an der anderen Seite (auch in der Höhe) bündig an die Geh- und Radwegoberfläche an. Auf der Leverkusener Rheinbrücke gibt es an jeder Dehnungsfuge ca. 2cm tiefe Senken vor und hinter den Metallplatten, jeweils mit Kanten die nicht abgeschrägt sind.

 


 

* An dieser Stelle bietet es sich an, eine Ampel für den Fuß- und Radverkehr über den Westring einzurichten, die gemeinsam mit den Abbiegern zwischen A59 und Rheinallee geschaltet ist. Diese Verbindung besteht bereits baulich, ist allerdings aktuell abgesperrt.

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