Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Köln e. V.

Luxemburger Straße © Raimund Specking (CC BY-SA 4.0)

Luxemburger Straße — eine Straße mit vielen Funktionen

Aktuell ist Tempo 30 auf der Luxemburger Straße ein großer Aufreger in Köln, obwohl dies eine sehr begrüßenswerte Entwicklung ist. Dabei wird von der Politik über ADAC und IHK bis zu den Medien ein unvollständiges und verzerrtes Bild vermittelt.

Es wird der Eindruck erweckt, als hätte die Luxemburger Straße ausschließlich eine Funktion für den Autoverkehr und als wäre Tempo 30 dort eine politische Entscheidung. Hier werden allerdings einige wichtige Fakten übersehen.

Lux als Teil des MIV-Grundnetzes

Die Luxemburger Straße ist zweifelsohne eine wichtige Pendlerstrecke für Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis und dient auch als Anbindung des Autobahnrings an die Innenstadt. Deswegen soll sie wahrscheinlich in das zukünftige MIV-Grundnetz aufgenommen werden, welches die für den Autoverkehr wichtigen Straßen beinhalten soll. Ein politischer Beschluss dazu steht noch aus.

Lux als Teil des Radverkehrshauptnetzes

Gleichzeitig ist die Luxemburger Straße aber auch Teil des bereits politisch einstimmig beschlossenen Radverkehrshauptnetzes. Dort wird sie im sogenannten gelben Netz eingeordnet, in dem es eine separate Radverkehrsinfrastruktur geben soll. Die Umsetzung der dort dringend benötigten Radwege steht noch aus. Dabei werden wahrscheinlich entweder Parkplätze oder Fahrstreifen in breite Radfahrstreifen umgewandelt, wie wir es von den Kölner Ringen kennen.

Lux als Anwohnerstraße

Über die verkehrliche Nutzung der Luxemburger Straße durch Kfz, Radverkehr und ÖPNV hinaus wohnen entlang der Luxemburger Straße jedoch auch Kölnerinnen und Kölner. Diesen steht wie allen anderen Menschen in unserer Stadt die Einhaltung der Lärmgrenzwerte zu. Darüber wird keine politische Entscheidung getroffen, sondern es ist schlicht die Gesetzeslage, dass die Grenzwerte einzuhalten sind.

Dass die Gültigkeit des Bundes-Immissionsschutzgesetzes für Köln selbst von politischen Parteien aus dem demokratischen Spektrum offensichtlich angezweifelt wird, ist respektlos gegenüber den Menschen, die dort leben. Darüber hinaus ist es aber auch unverantwortlich gegenüber dem Steuerzahler, wenn gefordert wird, dass die Stadt für viel Geld erst mehrere Instanzen der Gerichtsbarkeit durchlaufen soll, um das mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit kommende Urteil zur Temporeduktion zu erhalten.

 

Weg zu weniger Lärm: Weniger und langsamere Kfz

Wenn der Verkehrslärm dominiert, wie in der Luxemburger Straße, ist der Weg zu weniger Lärm die Reduzierung der Anzahl und der Geschwindigkeit der Kraftfahrzeuge. Konkret sollten daher neben Tempo 30 auch zeitnah die Radfahrstreifen umgesetzt werden, damit möglichst vielen Menschen eine freie Entscheidung für das Fahrrad ermöglicht werden kann.

Diese freie Entscheidung gibt es bislang nicht, da sich aktuell nur ein kleiner Teil der Menschen auf die Luxemburger Straße trauen. Grund ist die mangelnde Sicherheit der Straße, die leider in letzter Zeit durch tödliche Radunfälle aufgezeigt wurde. Neben der tatsächlichen Verkehrssicherheitslage ist aber auch das Sicherheitsgefühl der Menschen ein wesentlicher Grund, warum viele Menschen, das Fahrrad nicht auf dem Weg aus den Vororten und Stadtteilen rund um die Luxemburger Straße nutzen.

Fazit

Wir danken der IG Lebenswerte Lux für ihren Einsatz für weniger Verkehrslärm und mehr Sicherheit auf der Luxemburger Straße und unterstützen die zügige Umsetzung von Tempo 30 ausdrücklich. Parallel sollten allerdings die Einrichtung von durchgängigen Radfahrstreifen und der Umbau der großen Kreuzungen nicht vergessen werden.

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https://koeln.adfc.de/artikel/luxemburger-strasse-eine-strasse-mit-vielen-funktionen

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